Die “ultraleichte” C42 ist als Schulterdecker bestens geeignet für die Luftbildfotografie, aber leider verfügen die Türen nur über je ein kleines Lüftungsfenster, definitiv zu klein für ein professionelles Objektiv. Was tun? Etwa die Türen raus!? Ein kurzer Blick ins Flughandbuch zeigt, unter einigen Bedingungen dürfen die Türen tatsächlich raus:
- maximale Geschwindigkeit (IAS, indicated air speed): 80 kt (150 km/h)
- Seitengleitflug/Slip ist nicht zulässig, keine losen Gegestände im Cockpit
Begeistert haben wir direkt beide Türen ausgebaut und mussten schnell feststellen, dass die Kommunikation untereinander (das Intercom springt auch bei höchstem Schwellwert dauernd durch die Windgeräusche an..) irgendwann zur Qual wird und es durch den starken Luftzug quer durchs Cockpit in 5000 ft bei unter 10° OAT (Outside Air Temperature) im T-Shirt auch unglaublich kalt wird! Abgesehen von unangehmenen Luftverwirbelungen im Cockpit und wehenden Haaren landet es sich auch mit offenen Türen butterweich.
Aus den Erfahrungen vom letzten Flug heraus haben wir am Sonntag die Tür auf der (linken) Seite des Piloten wieder eingebaut, da für die fotografisch interessanten Flüge durch die Berliner Kontrollzonen eine klare Verständigung mit dem Lotsen absolute Voraussetzung ist. Lediglich im Landeanflug erweist sich die offene Tür auf der windzugewandten Seite als Windfang und rein subjektiv liegt das Flugzeug dadurch deutlich unruhiger in der Luft als sonst.
Neben schönen Luftbildern kennen viele von euch wahrscheinlich die irren Videos von den Kameras am Bugfahrwerk oder Höhenleitwerk der großen Verkehrsflugzeuge, und wir haben’s mal mit einer kleinen Videokamera aus der Hand probiert: “sau geil”.
In den nächsten Wochen werden wir uns wieder ins Cockpit setzten, ausgiebig experimentieren und werden euch die Fotos und Videos natürlich nicht vorenthalten! Außerdem wollen wir mal gucken, ob sich eine Full-HD-Videokamera nicht direkt außen am Flugzeug montieren lässt..
